Besucher:
14813
Brandenburg vernetzt
 
Link verschicken   Drucken
 

Interviews mit Zeitzeugen zum Thema Zuwanderung

Zum historischen Hintergrund


Der Bergbau in Rüdersdorf sicherte über Jahrhunderte und sichert noch heute die Lebensgrundlage vieler Menschen. In der Vergangenheit, als die Technik noch nicht so fortgeschritten war, wurden für den Bergbau und die Weiterverarbeitung des Kalksteines mitunter mehr Arbeitskräfte benötigt, als in Rüdersdorf und Umgebung zur Verfügung standen. Man versuchte daher immer mal wieder, Arbeitskräfte nach Rüdersdorf zu holen. Folgende Kampangen sind zu erwähnen:

 

1764-1784 Friedrich II versuchte mit nur mäßigem Erfolg, Arbeitskräfte in Rüdersdorf

                  anzusiedeln. Weil die Arbeit schwer und schlecht bezahlt war und auch die

                  Unterkünfte von schlechter Qualität waren, wanderten die Neubürger fast

                  alle wieder ab. 

 

1865          Rund 70 Bergleute kamen mit Ihren Familien aus Oberschlesien nach

                  Rüdersdorf.

 

1966-1967 Zur Inbetriebnahme von Zement- und Kalkwerk an der B1 wurden 180

                  deutschstämmige Familien aus Polen, ehemals Raum Oberschlesien (Kotowice,

                  Gliwice und Zabrze) nach Rüdersdorf geholt.

 

1975          Aus Algerien kamen 30 männliche Arbeitskräfte zur Arbeit und zur Ausbildung

                  in das Zementwerk 4.

 

1986         Aus Vietnam kamen 170 männliche Arbeitskräfte ebenfalls zur Ausbildung und

                 zur Arbeit in das Zementwerk 4.

 

Zur Vollständigkeit sei noch erwähnt, dass in Rüdersdorf in der Zeit zwischen 1935 und 1945 zahlreiche Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus vielen Ländern Europas eingesetzt wurden. Nach 1945 und bis 1991 wurden Strafgefangene in den Zementwerken und im Betonwerk, anfangs auch im Kalksteintagebau, beschäftigt.

 

Nach der Wende sind noch etwa 30 Spätaussiedlerfamilien aus der ehemaligen Sowjetunion zugewandert.

 

Um diese nüchternen Informationen lebendiger zu machen, befragen wir Zeitzeugen. Der erste war Herr Klaus Gartenschläger, der ab 1965 u.a. den Einsatz von ausländischen Arbeitskräften im Zementwerk organisiert hat.